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ARCHIV DER AWO LE

ARBEITERWOHLFAHRT
LEINFELDEN-
ECHTERDINGEN
Aufwärts

Elisabeth Nusser
(ehem. Hartmann)

Vorstellung für die Wahl zur Sachbearbeiterin für Jugendverschickung und Waldheim bei der Jahreshauptversammlung am 12.7.1980:

"Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,

Herr Schärich hat mich Ihnen ja bereits vorgestellt und so will ich nur noch eine Kleinigkeit nachtragen: ich bin 55 Jahre alt und seit vielen Jahren als Sekretärin tätig.

Durch welche Umstände ich zur Kinder- und Jugenderholung kam, wurde ja bereits eingangs erwähnt und so kann ich gleich zur Sache selbst kommen. Die für die Ferienerholung erforderlichen Arbeiten sind sehr umfangreich und ich will hier nicht ins Detail gehen, sondern nur einen kurzen Überblick geben, denn sonst müsste ich Ihre kostbare Zeit über Gebühr in Anspruch nehmen.

Für die Kinder stehen während der Ferienzeit ca. 20 Heime zur Verfügung, die von der Arbeiterwohlfahrt Nordwürttemberg unterhalten werden und die auch die Betreuer verpflichtet, die die Kinder ab Treffpunkt bis zur Rückfahrt begleiten. Viele Verhandlungen sind daher mit dieser Stelle zu führen.

Für uns beginnt das ganze mit der Ausarbeitung der Presseveröffentlichungen. Bereits ab Januar erreichen uns verstärkt telefonische Anfragen von Eltern und ab Mitte Februar bis Ende März stehen wir zweimal wöchentlich für 2-3 Stunden in unserem Büro in der Enzianstraße zur Beratung und zum Ausfüllen der schriftlichen Anmeldungen zur Verfügung. Bei besonders gefragten Heimen buchen wir telefonisch, damit wir den gewünschten Platz noch erhalten. Der Papierkrieg beginnt bereits mit der Anmeldung. Mit dieser ist aber erst der Anfang gemacht, u.a. muss den Eltern der Anzahlungsbetrag und Termin mitgeteilt werden, es müssen Anträge auf Bezuschussung bei den verschiedenen Krankenkassen und für sozial schwache bei den Sozialämtern gestellt werden.

Um dies alles über die Bühne zu bringen, sind wieder unzählige Telefonate notwendig, teils mit den genannten Stellen, teils mit den Eltern, weil die erforderlichen Angaben nicht genau gemacht wurden. Auch kommen viele Anfragen von Eltern, z.B. wegen Taschengeld, betreffs Schutz vor Bombenanschlägen bei Frankreichaufenthalten usw. und es ergibt sich dadurch auch manch nettes und persönliches Gespräch. So konnten wir in einem Fall dadurch einen Arbeitsplatz vermitteln, wir konnten auf unseren Essenszubringerdienst verweisen und auch neue Mitglieder gewinnen.

Der Eingang der Anzahlungen muss überwacht und registriert werden. Ungefähr vier Wochen vor Beginn der Ferien teilen wir den Eltern schriftlich die Abfahrts- und Ankunftszeiten mit. Zu diesem Zeitpunkt müssen auch die Kosten für den Aufenthalt der Kinder von uns an die einzelnen Stellen überwiesen werden.

Nach Abschluss der Freizeiten erfolgt, natürlich für jedes Kind einzeln, die Abrechnung mit den Krankenkassen, den Sozialämtern und die Schlussabrechnung mit den Eltern. Hierauf muss wieder der Geldeingang überwacht, registriert und manchmal auch angemahnt werden.

Außerdem bitten wir die Kinder um Mitteilung, ob Mängel zu verzeichnen waren und wie es ihnen gefallen hat, damit zum einen für Abhilfe gesorgt und zum ändern im nächsten Jahr Empfehlungen gegeben werden können. Gegen Ende des Jahres führt dann der Bezirksverband der Arbeiterwohlfahrt eine Tagung durch, wo die während des Jahres im Hinblick auf den Gesamtablauf gemachten Erkenntnisse diskutiert und ausgewertet werden. So geht das Jahr fast zu Ende, bis alle Arbeiten, die für eine Ferienverschickung gemacht werden müssen, abgeschlossen sind und dann kommen von besonders Gewitzten bereits wieder die ersten telefonischen Anfragen, im letzten Jahr bereits vor Weihnachten.

In diesem Jahr werden ca. 40 Kinder verschickt, in über zehn Fällen mussten wir leider Absagen erteilen, da die Anmeldung zu spät erfolgte und keine freien Plätze mehr vorhanden waren.

Ich hoffe, dass ich Ihnen einen kleinen Einblick in die umfangreiche Arbeit der Kinder- und Jugenderholung geben konnte."

 
Arbeiterwohlfahrt
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Letzte Aktualisierung am 04.08.07
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